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The Wedges – „Oasis-affine Typen, die
keinen Grill bedienen können“
Ich hatte die
Hoffnung schon aufgegeben. Aber es gibt sie doch noch. Junge Bands, die sich in
unserer Zeit von Knicklichtern und Neonklamotten nicht beeindrucken lassen und
weiterhin ihren lederbejackten Mann stehen. Eine davon sind The Wedges aus und um Oberhausen.
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Wer auf der Suche nach abgefahrenen Sounds und innovativem
Songwriting ist, der wird von Paddy (Gesang, Gitarre), Stephan (Gitarre), Manu
(Bass) und Gregor (Drums) höchstwahrscheinlich enttäuscht werden. Aber das
macht den Vier nichts. Im Gegenteil. Sich über die Ausmaße der Fußstapfen in
denen sie wandern durchaus bewusst legen sie ein Selbstbewusstsein an den Tag,
das ihre großen Vorbilder Oasis und Konsorten wahrscheinlich stolz machen
würde. Und das wiederum ohne arrogant zu wirken. Dass die Mädels gegen Ende
ihrer Konzerte schon mal mit Tränen der Rührung in den Augen zurückgelassen
werden, scheinen sie vielmehr als natürlichen Umstand zu sehen. „Entweder ihr
fandet das jetzt geil oder ihr haut ab.“. So sieht’s aus.
Hier wird nicht
lange geschnackt, hier wird nicht lange geschnörkelt und Paddy, der anfangs die
Lieder allein geschrieben hat und jetzt seine Bandmitglieder mit Vorlagen
versorgt, die dann gemeinschaftlich weiter ausgefeilt werden, beschreibt es
selbst so: „Unsere Musik ist eher einfach und deutlich. Direkt auf den Punkt
gebracht.“ Und damit orientieren sie sich an ihren Einflüssen, die von den
bereits erwähnten Oasis und Travis auch hin zu Black Rebel Motorcycle Club
reichen. Gerade in Bezug auf den Basssound stellt Manu heraus, dass BRMC ihn da
wesentlich beeinflusst hätten. „Im Endeffekt sind es eben die alten Sachen, die
so funktionieren“, fügt Paddy noch hinzu. Für Fans eben dieser Musikrichtung
dürften sich The Wedges also als
Goldstücke herausstellen.
Und auch textlich
bewegt sich Songschreiber Paddy auf dem Terrain „Einfach aber gut“. Ohne großen
Hickhack, der den Hörer auf unbestimmte Zeit darüber im Dunkeln lassen könnte,
was denn jetzt eigentlich hinter dem Song steckt, kommen die Jungs gekonnt auf
den Punkt. Titel wie Say what you mean
oder Money can’t kiss you sprechen für sich. „Ja, wir sind ja
jetzt nicht Radiohead oder U2, die sich da irgendwelche Weltverbesserungstexte
ausdenken. Ich finde das ja ganz geil, wenn das klappt und Bands das machen,
aber... es ist eher einfacher Rock.“ fasst Manu zusammen. „Wahrscheinlich
simpel, aber genial, so in den Aussagen. Das ist dann schon so eine einfache
Weisheit im Endeffekt.“
Wie so oft kennen
sich Paddy, Stephan und Gregor schon seit Schulzeiten, Bassist Manu trafen sie
allerdings erst beim Haldern Pop, als dieser das benachbarte Zelt bewohnte und
beim Grillaufbau zur Hand gehen musste. Über kleine Umwege (Manus alte Band
musste sich erst einmal auflösen und dem alten Wedges-Bassisten die Tür gezeigt
werden) wurde Manu dann 2005 auch Teil der Band. Und, welchen ersten Eindruck
hatte Manu von den anderen Drei? „Oasis-affine
Typen. Die
keinen Grill bedienen können.”
„Oasis-affin“, das
trifft es wohl am besten. Und wenn man ganz genau hinhört, dann meint man bei
einigen Stellen in Paddys Gesang sogar einen jungen Liam Gallagher rauszuhören.
Auf ihrer im Juni letzten Jahres erschienenen EP Hear! We are geben The Wedges also zum Besten, was man so
aus der alten mit „Rock“ beschrifteten Kiste hervorzaubern kann. Die, wie ich
es formulierte, „Vertrautheit“ ihrer Musik stört sie aber kein bisschen,
sondern wird als Kompliment aufgefasst . „Vertraut“, meint Gregor, „das ist ein
gutes Zeichen“. Don’t Stop und C’Mon Put The Light On hauen also
in die gute alte Britrock-Kerbe. Und ebenso, wie einem die rockenden Stücke
vertraut vorkommen, darf zwischendurch was fürs Herz natürlich auch nicht
fehlen – sonst wäre das mit den oben angesprochenen weinenden Mädchen auch eher
schwierig. „Ja, so ein Lied so ab und zu in der Richtung muss mal sein. So
was... Bewegendes...“ findet Paddy und spielt damit auf das dramatische Love
me or leave me an.
Aber um noch einmal auf den angesprochenen Trend zurückzukommen: wie
sieht es mit elektronischen Einflüssen bei The
Wedges aus? Würden sie jemanden mit dem Computer an ihren Songs
rumfrickeln lassen, damit sie auch mit Knicklicht betanzbar wären? Da sind sie
sich, entgegen meiner vorherigen Vermutung, einig. „Doch, anhören würde ich es
mir“, kommt es fast einheitlich aus allen Mündern. „Wenn das jemand machen
würde, fände ich das auf jeden Fall lustig. Ich würde es nur nicht selber
machen.“ Aber generell stehen sie mit dem momentanen Hype um elektronische
Musik wohl eher auf dem Kriegsfuß. Gregors Meinung nach „hat das alles wirklich
nur was mit Styling zu tun. Das ist ein Trend und das kann man nicht wirklich
befürworten. Das macht zum Teil auch meine Partystimmung kaputt. Insofern:
Schluss mit dem Elektro!“ Das ist mal eine deutliche Ansage.
Die anstehende EP,
für die grade fleißig geprobt wird und die im Frühjahr herauskommen soll,
verzichtet also auf knarzige Experimente, verspricht aber mindestens einen
herausragenden Song, von dem die Vier jetzt schon sehr überzeugt sind. „Das ist
der beste Song den wir bisher geschrieben haben“, schwärmt Manu und Paddy lenkt
gleich ein „Und für den wir nur sechs Minuten gebraucht haben.“
Letztendlich bleibt natürlich noch die Frage zu beantworten,
wie es mit ihrer Traumerfüllung aussieht, falls das denn tatsächlich mit der
ganz großen Karriere klappen sollte. Als Support für Oasis oder The Verve zu
spielen stehen ganz oben auf der Liste. Und in welcher Halle würden sie gern
mal auftreten? „Oberhausener Arena“ kommt von Paddy wie aus der Pistole
geschossen. „Denn da fahren wir immer vorbei, wenn wir zur Probe fahren. Und da
hab ich damals das erste Mal Oasis spielen sehen. Einen Tag vor meinem 14.
Geburtstag.“ Manus Wunsch sieht da ähnlich nostalgisch aus. „Ich würde gern mal
beim Haldern auftreten. Da haben wir uns schließlich kennen gelernt.“
Und dafür, dass das
klappt, drücken wir natürlich die Daumen!
The Wedges sind:
Paddy Kahl (Gesang,
Gitarre / Mülheim)
Stephan Balting
(Gitarre / Oberhausen)
Manuel Kalb (Bass /
Düsseldorf)
Gregor Korus (Drums
/ Mülheim)
The
Wedges Live
03.04.
Druckluft, Oberhausen
17.04.
Tankstelle, Dormagen
19.04.
Parkhaus Meiderich, Duisburg
Kontakt:
www.thewedges.de
www.myspace.com/thewedges
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(Jessica
Schnittger)
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