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Ein
verregneter Tag, zu verregnet für eine Band wie ROONEY, die in ihrer Heimt in
Südkalifornien andere Temperaturen gewohnt sind. Vor dem Prime Club stehen ein
Dutzend kleine Mädchen, die sich nur schwer tun mich –aus was für Gründen auch
immer- vorbei zu lassen. Taylor Locke, Gitarrist und mein Interviewpartner sind
die Mädchen ziemlich egal, er sei es „gewohnt“ es war „schon schlimmer“. Die Laune
ist getrübt, das liegt am Wetter, er ist unausgeschlafen und unkonzentriert und
entschuldigt sich mindestens einmal zu oft dafür. Hab ich ein Glück das ich das
erste Interview mache, man sagt ja das die Leistung abnimmt…
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Euer zweites Album “Calling the
world” ist veröffentlicht worden. Wie fühlt es sich also an, nicht länger als
Support sondern als Headliner unterwegs zu sein?
Es
ist großartig, denn als Headliner zu spielen ziehen wir natürlich vor. Aber ich
denke nicht, dass es so ist, dass wir jetzt gar nicht mehr als Support spielen,
nur weil das Album jetzt draußen ist. Unsere grundlegende Philosophie ist, wir
spielen als Headliner bis uns etwas Großes angeboten wird. Wir betteln nicht
darum, auf viele Support-Touren mitgenommen zu werden. Wir buchen schon unsere
eigenen Touren. Und wenn uns etwas Großes von einer Band angeboten wird, die
zum einen wesentlich größer ist als wir und zum anderen ein Publikum hat, von
dem wir ausgehen können, dass es uns auch mag, und wir sie zusätzlich noch
respektieren, dann gehen wir mit ihnen auf Tour. Aber das passiert nicht
wirklich oft. Denn es gibt nicht so viele Band, bei denen es derart
funktioniert. Als Headliner zu spielen ist also schon unser Hauptanliegen.
Vor
Veröffentlichung des zweiten Albums konnte man schon mehrere der Songs im
Internet hören, die ihr bereits 2005 aufgenommen hattet. Zu dieser Zeit hattet
ihr ein anderes Album aufgenommen, aber euch dagegen entschieden, es
herauszubringen. Was wird mit dieser Platte geschehen? Plant ihr vielleicht
diese Songs als B-Seiten herauszubringen oder zum Download anzubieten?
Das
ist eine gute Frage. Zunächst einmal gibt es zwei „versteckte“ Platten. Wir
haben insgesamt vier Alben aufgenommen. Unser erstes, das aktuelle und diese
zwei „versteckten“ Platten. Einige dieser Songs werden definitiv als B-Seiten
erhältlich sein. Was wir gerne machen würden, ist Folgendes: wie mit „Calling
the World“ wollen wir wachsen und uns entwickeln und so viel Aufmerksamkeit
bekommen, wie es möglich ist. Und dann, wenn dieses Album seine größte
Popularität erreicht hat, dann möchten wir diese bisher nicht verwendeten Songs
vielleicht als Bonus-Release veröffentlichen. Vielleicht sogar die beiden
anderen Alben in einem Paket. Das würden wir gerne machen. Falls das nicht
funktionieren sollte, gäbe es ja immer noch die Möglichkeit, das innerhalb des
Fanclubs erhältlich zu machen oder im Internet zur Verfügung zu stellen. Die
Pläne für diese Veröffentlichung stehen bei uns aber im Moment nicht im
Vordergrund, aber es ist definitv etwas, das stattfinden wird. Aber eher gegen
Ende des Lebens dieses Albums.
Mitterweile seid ihr auf mehreren Soundtracks vertreten.
Akzeptiert ihr jedes Angebot, das ihr bekommt?
Nein,
aber ich denke das kann der Band nicht wirklich schaden. Wir haben auch bei
zwei ziemlich erfolgreichen Tribute-Alben mitgewirkt, für Queen und für The
Ramones. So etwas macht immer sehr viel Spaß. Soundtracks sind da so eine
Möglichkeit, ins Studio zu gehen und Musik aufzunehmen während man sonst nur
auf Tour wäre. Das unterbricht die Tour als solche und bringt dich zurück ins
Studio. Es macht Spaß, wenn es ein guter Film ist. Ich denke so etwas kann
einer Band nicht schaden. Aber ich bin mir sicher, dass wir nicht jedes Angebot
annehmen würden.
Ich habe gehört, dass ihr „Pressure Drop“ für eine Nissan
Werbung gecovert habt. Wie kam es dazu?
Nissan
wollten die Version von The Clash verwenden, hatten aber Probleme, die Rechte
daran zu bekommen. Also haben sie uns ins Studio geschickt, um es zu covern.
Dann bekamen sie aber doch die Rechte an der Version von The Clash. Wir werden
also doch nicht in dem Werbespot zu hören sein. Wir haben es aber ja jetzt
aufgenommen, es war Spaß und es ist ein cooles Lied. Wir werden es wohl bei MySpace
reinstellen oder so etwas in der Art, dass es auf jeden Fall irgendwo zu hören
sein wird. Vielleicht werden wir es manchmal auch live spielen. Es ist ja auch
schon oft gecovert worden, allein bei iTunes haben wir vier Versionen gefunden.
Eine Version ist so eine 80er-Dance-Pop-Robert-Palmer Version, dann gab es noch
eine jamaikanische Reggae-Version und so weiter. Wir haben also von allen
Versionen etwas da reingepackt und noch unseren eigenen Senf dazu gegeben. Das
war eine spaßige Aufgabe, etwas zu arrangieren, das musikalisch ausgewählt ist,
und unsere eigene Signatur darunter zu setzen. Aber, sie werden es ja leider
nicht benutzen.
In einem Interview hast du aber einmal gesagt, dass ihr
niemals Musik für Werbung machen würdet. Hat sich eure Meinung da also
geändert?
Daran
erinnere ich mich gar nicht. Dass wir nie einen Song in eine Werbung packen
würden? Hmm... daran erinnere ich mich wirklich nicht. Na ja, jedenfalls hatten
wir bisher keine tollen Angebote. Falls sich jedoch eins ergeben sollte... Ich
denke, dass sich die Zeiten im Musikbusiness geändert haben und alle
traditionelleren Wege, deine Musik in die Öffentlichkeit zu kriegen, also zum
Beispiel durchs Radio oder bei MTV, sind sehr begrenzt. Es ist also sehr
unwahrscheinlich, dass du einen Song nur im Radio oder auf MTV hörst. Demnach
musst du also alle Möglichkeiten, deine Musik an den Mann zu bringen,
willkommen heißen. Falls also jemand unsere Musik für einen Werbespot haben
wollen würde, und das kein entsetzliches Produkt ist, das wir irgendwie
ablehnen würden, dann würden wir das Angebot sicherlich annehmen.
Man könnte euer neues Album als eine große Hymne
bezeichnen. Wo kommt dieser Mut, derartig hymnische Songs zu schreiben, her?
Der
kommt wohl von Robert, der die Songs schreibt. Und ich denke, unser
allesumschließende Konzept ist Songs zu schreiben, die unmittelbar wirken und
für den Hörer leicht zu erschließen sind. Sogar wenn du auf einer Live-Show
bist und die Platte vorher nie gehört hast, dann ist es hoffentlich so, dass du
beim zweiten Hören des Chorus schon mitsingen kannst. Ich denke wir schätzen
diese Art von Songs, zu denen die Leute schnell mitgehen können. Ich weiß
nicht, ob das wirklich Mut ist. Es ist wohl eher einfach die Art von Musik, die
wir gerne machen und hören
Euer Album klingt also sehr nach Pop. Ihr sagt aber
selbst immer, dass ihr eine Rockband seid. Denkt ihr also vielleicht, dass das
heutzutage ein und dieselbe Sache geworden ist, da Rock momentan sehr populär
ist?
Nein.
Ich denke, dass in den 60ern und 70ern das eher ein und dasselbe war. Das ist
aber auch solche Musik, von der wir beeinflusst wurden. Ob es jetzt aber
dasselbe ist oder nicht, ist relativ egal. Die Leute tendieren heutzutage
einfach immer mehr dazu, in Kategorien zu denken, wenn es um Musik geht. Und
dabei soll dann immer die Frage beantwortet werden, ob eine Band das eine oder
das andere ist. Wenn du dir zum Beispiel die Beatles anguckst, meine absolute
Lieblingsband, die beste Band aller Zeiten, die sind definitiv eine Rockband,
aber sie sind andererseits gleichzeitig auch ein Popact, denn es gibt
schließlich niemanden, der diese Songs nicht mag. Sie spielen aber E-Gitarren
und sind auf jeden Fall eine Rock ’n’ Roll Band. Und ich denke unser Album hört
sich nach Pop an, weil es Pop ist. Aber das bedeutet ja nicht unbedingt, dass
wir keine Rockband sind. Wir haben schließlich Rock-Instrumente und eine
Rock-Einstellung und unsere Live-Shows sind Rock. Ich weiß nicht. Ich denke die
Frage sollte eher sein, ob du die Band magst oder nicht. Nicht, welches Etikett
du ihr verpasst. „Ist das jetzt Rock oder Pop?“ Es ist einfach, was du daraus
machst. Meiner Meinung nach hat jeder ein eigenes, inneres Barometer, das
anzeigt, was jetzt heavy oder leicht ist oder Rock oder Pop. Und das ist dann
für jeden anders, oder nicht? Manch einer mag vielleicht denken, dass wir kein
bisschen Rock sind, zum Beispiel solche Leute, die eigentlich Heavy Metal
hören. Denn wir kommen an diesen Grad ja überhaupt nicht ran. Auf der anderen
Seite gibt es aber vielleicht auch wieder solche Leute, die eigentlich Britney
Spears und die Backstreet Boys hören und denken, dass wir ziemlich heavy oder
eine Hard Rock Band sind. Das ist also alles relativ und ich denke wir sind
irgendwo in der Mitte.
Eure Texte beschäftigen sich oft mit persönlichen Themen
und hauptsächlich mit Problemen mit Frauen und Beziehungen. Kommt das einfach
automatisch oder vermeidet ihr absichtlich solche Themen wie Politik?
Ich
denke Robert arbeitet so, dass irgendeine Erfahrung in seinem Leben den Schreibprozess
bei ihm auslöst. Dann schmückt er das irgendwie aus, übertreibt, erfindet
Phantasie drumherum, um es dramatischer und wertvoller für einen Song zu
machen. Manchmal erfindet er sogar Situationen, so dass er Songs drumherum
kreieren kann. Ich tendiere schon dazu, mir zu wünschen, dass wir ein paar
Songs hätten, die aktueller sind, die sich nicht nur an Romantik und Liebe
orientieren und sich mit anderen Dingen beschäftigen. Aber wenn du mal einen
Blick auf unser erstes Album wirfst, dann sind da auch neun oder zehn von elf
Liedern Lovesongs. Das ist auch, wofür wir bekannt sind. Wir wollten uns also
einerseits auch nicht zu weit davon entfernen. Ich muss aber auch festhalten,
dass im Schaffensprozess des Albums viele Songs entstanden sind, die eigenartiger,
düsterer, und mehr themenorientiert sind und mehr Inhalt haben. Das sind nicht
diese klassischen Junge-Mädchen-Geschichten. Das ist auch ein Teil der Band,
der vielleicht auf „Calling the World“ nicht so herauskommt, der aber definitiv
existiert, in unserem Backkatalog an Material. Man sollte also nicht unbedingt
davon ausgehen, dass wir immer nur Songs über Beziehungen schreiben. In der
Zukunft wird es wohl einigen Raum für uns geben, Songs anderer Natur
aufzunehmen.
Und
was politische Songs angeht: Ich denke wir wollten nichts machen, das zu
veraltet ist oder in einem oder zwei Jahren vielleicht überholt ist, weil es
sich mit etwas sehr Besonderem beschäftigt. Wir haben aber keine Angst davor.
Es gab da einen Song, eine Art Anti-Kriegs-Song, auf der vorherigen Version des
Albums, die nicht herauskam, und vielleicht war dieser Song aus anderen Gründen
nicht stark genug. Wir schränken uns aber nicht selbst ein. Es gibt da keine
Regel, dass wir nur Lovesongs spielen würden. Es ist einfach so, dass das die
Lieder sind, die für dieses Album ausgewählt wurden.
Robert hat einmal über das Musikbusiness gesagt, dass dir
keiner sagt, ob du schlecht bist oder nicht. Denkst du, dass ihr da einen
angemessene Methode entwickelt habt, euch selbst zu kritisieren?
Das
ist eine sehr gute Frage. Wir sind alle Individuen und jeder ist ein bisschen
anders. Wir sehen unsere Band also als einen komplexen Filter, in den etwas
reinkommt, ein Song zum Beispiel oder eine Idee oder ein Angebot etwas zu
machen, dann müssen sich fünf Gehirne damit auseinandersetzen und letztendlich
müssen wir zusammen eine Lösung finden, ob das das Richtige für uns ist oder
nicht. Ich denke das ist ein Prozess, der ständig stattfindet und uns konstant
als Band reifen lässt. Ich weiß nicht, ob wir ein perfektes System haben. um zu
wissen ob wir gut sind oder schlecht. Ich weiß, dass wir es uns selbst nicht
einfach machen und dass wir uns auch gegenseitig kritisieren. Besonders wenn es
darum geht, uns live zu sehen, es ist eine ziemlich glänzende Show ohne zu
aalglatt zu sein, wir haben ja schließlich keine Kostümwechsel oder
Backgroundtänzer oder so was. Aber wir spielen schon stramm. Wir proben viel.
Und wir versuchen live annähernd so zu klingen wie auf dem Album. Wir versuchen
also, uns gut anzuhören. Ich denke, wir versuchen, unsere Qualität auf einem
konstant hohen Level zu halten. Hoffen wir zumindest.
Ich habe gehört, dass ihr in Spanien heiß begehrt
seid und eure neue Platte direkt in die Top 10 stieg.
Denkst du, dass das repräsentativ für ganz Europa
ist?
Das
hoffe ich zumindest. Ich denke, dass die generelle Einstellung in Europa sehr
offen dem Album gegenüber ist. Und das bringt mich wieder auf deine Frage, ob
es nun Rock oder Pop ist, zurück. Ich denke in America stehen die Leute sehr
darauf, Dinge in Schubladen zu stecken und zu kategorisieren. Und in Europa ist
es mehr „Wir mögen den Song. Er ist im Radio. Wir hören ihn gern, wir wollen
die Band live spielen sehen und sehen, dass sie vor vielen Leuten spielen
können“. Und das steht im Gegensatz zu dem, was man in Amerika so sagt. „Hm,
wir können nicht sagen, was mit Rooney los ist. Ihr seid nicht Rock, ihr seid
nicht Pop. Was seid ihr? Wir können mit euch nichts anfangen.“ Hier jedoch sind
wir akzeptiert worden und es ist soweit eine tolle Tour gewesen. Italien war
auch großartig. Und Deutschland, England und Holland auch. Wir sind sehr
zufrieden mit den Erfahrungen, die wir hier drüben gemacht haben und freuen uns
schon darauf, wiederzukommen. Ich denke ganz Europa war sehr lohnend für uns.
Natürlich habe ich auch mal in euren Blog auf eurer
Homepage geschaut und gelesen das ihr seid über einem Jahr auf Tour seid und
das mit dem Rucksack auf dem Rücken.
Klingt wie ein Rock´n´Roll Märchen…?
Wir
sind so ziemlich seit Mai unterwegs, in den Staaten, in Europa, in den Staaten,
in Europa. Und das ist überhaupt kein Märchen gewesen. Auf dieser Tour sind wir
mit dem Zug gereist. Wir haben keinen Tourbus oder einen Van. Wir mieten unser
Equipment für jede Show, das ist sehr teuer. Wir befördern unsere Gitarren und
unsere Keyboards in den Zügen und stehen auf, wenn es draußen noch dunkel ist.
Wir stehen morgens um sechs auf, um den Zug zu bekommen, der uns in das nächste
Land bringt. Und zusätzlich ist das ja auch nicht unser erstes Album. Wir machen
das also schon seit Jahren und haben auf ganz unterschiedlichen Leveln Touren
gemacht, z.B. als Support von Hugh Jacks, oder selbst als Headliner. Mit dem
Bus, mit dem Van, mit dem Flugzeug, mit dem Zug, das haben wir alles schon
hinter uns.
Und
ich denke viele Leute fragen „Habt ihr Angst vor dem Erfolg?“ Das ist eine
total klischeehafte Interviewfrage. Aber wir wollen ja nicht wirklich morgens
um sechs aufstehen und mit unserem Equipment auf dem Rücken reisen, wenn wir
auf Tour sind. Wir sind also einfach daran interessiert, unser Album bekannt zu
machen. Und wir sind ja grade noch am Anfang, das Album ist ja grade erst kurze
Zeit draußen. Wir haben also noch einen langen Weg vor uns. Glücklicherweise
haben wir in der Band aber alle einen Sinn für Humor, wir sind alle lustige
Typen. Wir sind schon mit Bands auf Tour gewesen, bei denen es vielleicht einen
oder zwei gab, die auch lustig waren, die sind zum Teil so träge und
langweilig, keiner bringt den anderen zum Lachen. Ein wesentlicher Vorteil, den
wir innerhalb der Band haben, ist also, dass wir gerne über Situationen lachen.
Nein, es ist kein Märchen, es ist wirklich schwere Arbeit. Wir schlafen wenig,
wir essen beschissenes Essen und wir waschen unsere Wäsche nicht. Aber wir
machen einen Scherz daraus und wir haben Spaß. Und wir hoffen, dass wir zu
einem größeren Bekanntheitsgrad heranwachsen, mit dem es einfacher wird das zu
tun. Und selbst wenn wir das nicht schaffen, machen wir wahrscheinlich so
weiter.
Meinst
du es ist ein gutes Ziel mit Musik Geld machen zu wollen?
Hm,
sehr persönliche Frage. Es ist ein toughes Business. Was ich sagen werde, ist
Folgendes: es tut mir Leid für die Öffentlichkeit, dass die Plattenfirmen so
viel Geld für Musik verlangen. 15, 17, 18 Dollar für eine CD... Das sollten
eigentlich 5 sein und dann würde auch niemand mehr die Musik stehlen. Denn sie
würden ins Geschäft gehen und das Art Work und die ganze Sache bekommen. Und es
wäre bessere Qualität, ich meine besser als wenn du die gestohlene MP3
runterlädst... Ich denke also einfach, dass Musik erschwinglicher sein sollte.
Und ich kann es komplett nachvollziehen, wenn Fans Musik stehlen. Aber als
Künstler ist alles, was wir tun können, sie darum zu bitten „Bitte macht das
nicht.“ Vor fünf Jahren, als das mit der Herunterladerei anfing, haben wir nur
gesagt „Nimm es, nimm es!“, denn dann werden uns mehr Leute hören. Aber da wir
mittlerweile zu Erwachsenen herangewachsen sind und das wirklich beruflich
machen, wäre es nett, wenn die Leute für das, was wir geschaffen haben, auch
bezahlen würden.
Die
Dinge kommen im Musikbusiness in Wellen. Manchmal machst du Geld wenn du
irgendetwas machst und es ist gut, manchmal bekommst du lange Zeit gar nichts.
Es ist nicht so, wie wenn du einem regulären Job nachgehst und du in regelmäßigen
Abständen dein Gehalt bekommst. Manchmal bekommen wir nur einmal im Jahr Geld.
Wie gesagt, ich möchte da nicht zu persönlich werden, aber es ist ein
schwieriges Business und ich möchte die Leute dazu ermutigen, für die Musik zu
bezahlen wenn sie die Künstler respektieren. Denn wir versuchen dadurch unseren
Lebensunterhalt zu bestreiten.
Klingt
nicht so als ob ihr euch da noch um Freundinnen und Haustiere kümmern könnt…?
Ja,
unser Ziel ist es Musik zu verkaufen. Ich will mich jetzt nicht anhören wie ein
Geschäftsmann, aber es geht schon darum, unsere Musik solchen Leuten zu
verkaufen, bei denen es klappt. Es ist gut für euch und es ist gut für uns. Und
scheiß auf die Plattenfirma, wenn es nicht gut für sie ist. Das ist uns
scheißegal. Wir sind sehr bemüht an einem moderneren, futuristischeren, nein,
es sollte nicht futuristisch sein, es sollte sich auf die Gegenwart beziehen,
Geschäftsmodell, bei dem Musik erhältlich für die breite Öffentlichkeit ist, zu
einem erschwinglichen Preis. Und die Fans können es sich leisten, die Sachen zu
kaufen und wir können es uns leisten zu überleben und unsere Band darüber
laufen zu lassen. Das wird von den großen Labels aber heutzutage so nicht
angeboten. Und ein oder zwei Künstler halten mehr oder weniger die ganze Firma aufrecht.
Du weißt schon, jemand richtig Großes wie U2 oder 50 Cent, die bezahlen alle
Rechnungen für die Firma, denn sie verkaufen 10 Millionen Platten. Das kann
aber so nicht richtig sein. Es sollte mehr eine einheitliche Basis geschaffen
werden, wodurch man auch etwas erreichen kann und einen angemessenen Anteil von
Platten verkaufen kann und eine vernünftige Tour machen und für seine Fans
spielen kann. Ich denke also, dass wir alle vorausschauend sind, es ist nicht
nur „Hey, lass uns zu MTV kommen und eine Million Platten verkaufen.“ Wir
wollen neue Wege finden, Musik zu machen und sie herauszubringen. Und
Aufnahmestudios bei uns zu Hause einzubauen.
Wir
haben Haustiere und Freundinnen. Ich weiß nicht, ob uns das jetzt als
Stereotypen dastehen lässt. Aber, ich habe eine Freundin und eine Katze. Nan?,
unser Drummer, hat eine Frau und einen Hund. Lilly?, unser Keyboarder, hat
einen Gecko und eine Freundin. Also... du weißt schon. Aber ich denke nicht,
dass wir dadurch jetzt weniger cool sind oder weniger Haltung haben.
Meine
Katze ist eine Rock’n’Roll Katze.
Meine
Katze auch.
Ja?
Cool.
Sie
hat ihre Lieblingsmusik.
Cool.
Euer
Songwriter Robert hat ja schon Filmerfahrung gesammelt, habt ihr keine Angst
davor, dass irgendwann das riesengroße tolle Angebot für ihn kommt und er der
Band den Rücken zuwendet?
Nein,
das bereitet mir eigentlich keine schlaflosen Nächte, ehrlich gesagt. Ich
denke, wir haben mit der Band sehr früh angefangen, als wir noch sehr jung
waren. Wir waren Teenager, ich war 15, Robert war 17. Niemandem war also klar,
dass das wirklich mal unser Job sein würde, einfach nur eine Band zu sein. Er
hatte also die Möglichkeit bei einem Film mitzumachen und das hat er gemacht.
Ich denke aber, es da gab es nie einen Gedanken daran, dass wir fünf oder sechs
Jahre später in Deutschland sitzen und Interviews über diesen Film geben
würden. Es war nur eine Art Erfahrung, die er gerne machen wollte, sich selbst
im Schauspielen auszuprobieren. Ich denke also nicht, dass er nach einer neuen
Rolle sucht, er liest auch nicht aktiv Skripts oder so was in der Art. Man weiß
ja nie, was passiert. Aber es gibt auch nebenher nicht viel Zeit, um ehrlich zu
sein. Wir sind momentan konstant auf Tour. Und wenn wir nicht auf Tour sind,
dann gibt es eine Fernsehshow oder eine Fotosession oder ein Interview. Und
natürlich Zeit neue Songs zu kreieren und wieder ins Aufnahmestudio zu gehen.
Was dieses Mal nicht wieder so lange dauern soll, zwischen dem ersten und dem
zweiten Album hat das ja Jahre gedauert. Das erste Album kam 2003 heraus. Das
ist also ein zu langer Zeitraum zwischen zwei Alben. Wir wollen viel häufiger
Musik herausbringen. Und wenn Leute dann keine Zeit haben, weil sie Filme
drehen müssen, dann kann das nicht stattfinden. Das schwebt aber auch keinem
von uns vor. Aber Menschen sind natürlich frei zu tun was sie wollen, aber ich
denke, jeder wäre sehr, sehr überrascht, wenn die Band nicht länger jedermanns
Priorität wäre.
ROONEY
sieht man heute nicht mehr an, das sie noch ziemlich grün hinter den Ohren
waren, als sie die Band gründeten. Das sie bei O.C. California einen
Gastauftritt hatten überspielen sie auch mit einer sonst ungewohnten
Leichtigkeit. Man trägt Lederjacken, lange Haare und tatsächlich auch
Cowboystiefel, man ist eben ein ganzer Rockstar.
http://www.rooney-band.com
http://www.myspace.com/rooney
(Interview:
Annette Raczuhn, Übersetzung: Jessica Schnittger)
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