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PopZine.de - GOOD SHOES - Interview
GOOD SHOES - Interview PDF Drucken E-Mail
good_shoesFoto: Pressefoto
Die GOOD SHOES sind hier in Deutschland alles andere als bekannt, aber 30.000 Myspace Fans können sich nicht irren und auch mich haben sie unlängst mit ihrer Musik in ihren Bann gezogen, als ich in einem englischen Musikforum auf sie stoße. Die Band besteht aus 4 Mitgliedern, darunter die zwei Brüder Rhys und Tom, welche aus dem gleichnamigen Song, der zweiten Single „Morden“ kommen. 

 

Ab 2005 haben sie angefangen Konzerte zu geben und schossen, nicht zuletzt wegen ihrem Hit, der ersten Single „All in my head“ aus dem Internetuntergrund. Jetzt sind sie zum ersten Mal in Deutschland und wir natürlich mit ihrem Leadsänger und Songwriter Rhys zu einem Interview verabredet.

Ihr hattet 2006 euren Durchbruch. Rückblickend, wie war das? Am besten die ganze Geschichte von Anfang an!

Ich würde nicht sagen, dass wir diesen großen Durchbruch hatten. Hier in Deutschland kennt uns eigentlich niemand, in England ist es so, dass wir immer und immer bekannter werden, dennoch ist es ein langsamer Prozess gewesen. Hier in Deutschland ist es für uns ein Start. Da interessiert mich natürlich direkt wie du uns kennengelernt hast?

Ich habe euch in Musikforen entdeckt und bei Myspace kennengelernt.

Oh ja, okay, aber man kann kaum von jedem erwarten so musikinteressiert zu sein und in englischen Foren nach neuer Musik zu schauen. Ich hoffe wir bekommen hier eine Möglichkeit gehört zu werden und vielleicht auch gemocht.

Ja und eure erste Single, bevor ihr überhaupt ein Album hattet, kam direkt bei Rough Trade raus, stimmts?

Yeah, du meinst „Small Town Girl“, das war etwas umständlich. Wir haben bei einer Kampagne mitgemacht, wo 10 Bands T-Shirts designt haben. Ich habe eins davon gemacht und das war wirklich sehr interessant, vermutlich das Interessanteste, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe.

Tim hat über dich in einem Interview mit Musictowers im Scherz gesagt „it´s like working with Hitler“. Wie müssen wir uns das vorstellen, ein zweiter Noel Gallagher oder dann doch einfach nur weil einer eben den ganzen Mist machen muss?

Oh ja, ich erinnere mich daran, ein blöder Scherz. Oh, ich denke, einer muss eben alles machen, wenn den anderen daran nicht gelegen ist. Irgendwie muss man die Sache ja am laufen halten. Aber das ist auch eher die Business Seite, die ich alleine mache, die Songs schreiben wir dann schon noch zusammen.

Und wie meintest du den Vergleich mit Noel Gallagher?

Noel hat Liams Band an sich gerissen, den Namen nach seinen Wünschen geändert, die Songs am Anfang alleine geschrieben und entscheidet größtenteils was auf das Album kommt oder nicht…

Ah, jetzt verstehe ich. Sagen wir mal so, wenn er es nicht getan hätte, dann wäre die Band heute nicht so groß. Aber hey, im ernst, ich hasse diese Band so sehr…

(sehr lange Pause, dann eine gespannte Gestik)

Lass mich raten, du magst Oasis, oder?

Ja, ich würde sagen, ich bin mitunter einer der größten Oasisfans.

Naja, als ich jung war fand ich die auch ganz nett, aber da hatte ich noch keine Ahnung von Musik … (reagiert auf meine Mimik) ja, hier in Deutschland sind die Fans auch ganz anders als in England, das kann man nicht vergleichen, nicht das ich damit sagen wollte du hättest keinen Geschmack was Musik angeht, du magst uns ja schließlich auch. Ja, aber ich finde den Vergleich dann doch ganz gut, ja ich bin dann eher wie Noel Gallagher, was die Organisation angeht, weißt du, auch wenn ich OASIS nicht mag, Noel ist irgendwie eine interessante Person und vor allem steht er als Person für eine große Band, sein Name ist den meisten geläufig. Ja doch, ich will Noel sein, nicht irgendwer der einfach nur den „Müll“ erledigt und auch nicht Hitler, ich bin Noel.

Also, ich find das nicht so schlimm, dass du OASIS nicht magst, ich denke wir können trotzdem Freunde bleiben.

Oh, das ist beruhigend (deutet an mich in den Arm zu nehmen), gut das du so was trennst, ich wäre sehr traurig gewesen, wenn wir keine Freunde mehr wären (lacht).

Zu dem Song „Never Meant to Hurt You“ hat Jones gesagt das du eher ein Herzensbrecher bist als ein guter Freund, also kann man euch als typische Männer einordnen?

Neiiiin, ähm … vielleicht doch, mmh jeder Mann  ist doch beides, also ich habe vielleicht auch schon dumme Sachen gemacht, aber hey, Stopp, bei euch Mädchen ist das ganz ähnlich, Männer und Frauen sind sich in Sachen Liebe gar nicht so unterschiedlich. Also ich empfinde mich schon als typischen Mann, aber es ist nicht unbedingt typisch, das die Herzensbrecher sind (lacht), vielleicht manchmal.

Ich war vielleicht 18 Jahre alt, als ich den Song geschrieben hab, ich denke, das hatte ich auch so eine Phase…

Und ich kann auch besser über schlechte Beziehungen schreiben, als über solche die funktioniert haben. Deswegen komme ich vielleicht wie ein Herzensbrecher rüber, aber eigentlich bin ich ein herzensguter Mann, dem auch schon mal das Herz gebrochen wurde (guckt mit ein vortrefflich gut nachgemachten Hundeblick)

Auch in den Songs „The Photos on my wall“, “Sophia” und “Ice Age” geht es darum das euer lyrisches ich das Herz eines Mädchens durch seine eigene Schuld gebrochen hat.

Na, Sophia denke ich nicht, das es dazu passt. Er handelt davon in London auszugehen und dann kommt der Chorus und der passt eigentlich so gar nicht zu dem restlichen Text. Der Song ist mir persönlich nicht so wichtig, er ist nicht persönlich, ich weiß nicht (denkt lang nach) eigentlich weiß ich gar keine Antwort, es ist so schwer über meine Texte zu reden, da laufe ich immer Gefahr mich in irgendetwas rein zu reden, was eigentlich keinen Sinn macht (lacht)

Trotzdem wäre es interessant zu wissen ob eure Lyrics vielleicht eine Form von Entschuldigung sind oder ob sie das Motto verfolgen „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“?

(schallendes Gelächter) Ja, doch, das könnte man so sagen. Ach, ich bin ja auch nicht anders, als die meisten, ich versuche Dinge auch niederzuschreiben in einem Prozess in dem ich versuche überhaupt zu verstehen warum ich etwas Bestimmtes so gemacht habe. Deswegen ist es oft mehr wie eine Erklärung an jemanden warum man das getan hat. Ich denke die Leute fühlen sich davon angesprochen.

Aber wisst ihr worin mein Problem liegt, ich erinnere mich irgendwie nie an die Songtexte wenn ich darüber rede, deswegen hab ich oft das Gefühl totalen Bullshit zu erzählen.

Vielleicht sollte ich auch mal einen Song über die guten Seiten einer Beziehung schreibe, ich denke das würde mich in einem etwas netteren Licht erscheinen lassen. Das nächste Album wird nur noch meine guten Seiten zeigen (lacht)

Ich mag wirklich euren Albumtitel „Think before you speak“, meine Mutter hat das immer zu mir gesagt und meine Freunde sagen es noch heute. Habt ihr das auch so oft hören müssen oder gibt es ein Geschichte dazu, wo ihr dachtet: hätte ich doch mal besser nichts gesagt.

Ja, klar haben mir meine Eltern das Gleiche gesagt, irgendwie sagt es auch jeder. Und mal ganz ehrlich, ich gehöre definitiv zu den Leuten, die vorher darüber nachdenken sollten was sie sagen. Aber eigentlich gab es für diesen Titel einen anderen Hintergrund, wir haben es nämlich für die Journalisten so genannt. Nicht unbedingt für Journalisten wie dich, sondern eher für die, die sich nicht wirklich für etwas interessieren. Ich wills dir erklären: wenn ich ein Album höre, das erstemal denke ich noch „was für eine Scheiße, das kann man kaum ertragen“ und dann nach drei, vier Mal hören habe ich sogar richtige Lieblingssongs darauf. Das ist auch der Punkt, wir wollen, dass die Journalisten sich mit dem Album Zeit nehmen bevor sie einfach drauf los schreiben.

Ach und in England gibt es sehr viel Musikjournalisten und Presse die ich für totale Scheiße halte, scheinbar ist das hier anders (grinst mich an)

Und was war der letzte Teil deiner Frage?

Habt ihr das auch so oft hören müssen oder gibt es ein Geschichte dazu, wo ihr dachtet: hät ich doch mal besser nichts gesagt.

Na klar, gerade eben das letzte Mal, du bist so nett zu mir und ich sage „Oh, ich hasse OASIS“ und greife dich damit ungewollt an, da hab ich mir auch kurz gedacht „Fuck, Fettnäpfchen“.

Es gibt ganz oft Sachen die man bereut, zum Beispiel, wenn man betrunken ist, dann bereut man am nächsten Tag das man getrunken hat und meist auch die Sache die man in dem Zustand gesagt hat. Aber ich gehöre zu den Menschen die das sehr oft haben, gerade weil ich nie darüber nachdenke was ich sage.

Hattest du so was in letzter Zeit?

Ich? Na klar, andauernd, ich rede generell zu viel. Aber letzte Woche hatte ich ein Interview mit Dominic Masters von THE OTHERS...

(unterbricht mich) Oh Gott, warum machst du so was auch??? Du bist verrückt, außer du gehörst zu den glücklichen Menschen die seine Pausetaste gefunden haben.

Nee, das war jetzt eigentlich nicht der Punkt den ich bereut habe. Aber du hast recht, es ging 2 Stunden lang und dann meinte er, er müsse das Taxi zum Hotel selber bezahlen, also meinte ich „kein Thema, ich kann dich mit deiner Freundin zum Hotel fahren“ – wir waren dann noch bis 5 Uhr unterwegs und haben 2 Stunden gebraucht das Hotel zu finden. Als der Tank leer war dachte ich dann, ich hätte einfach meine Klappe halten sollen.

Jesus, du wurdest bestimmt vollgelabert. Das heißt die sind auch wieder auf Tour, interessant.

In „Blue eyes“ singt ihr davon einem Mädchen die eigenartigsten Sachen gesagt zu haben. Was war denn das Verrückteste das ihr jemals einem Mädchen gesagt habt, etwas wonach man sich nur an den Kopf fassen konnte?

Den Song mag ich besonders, der Song ist mir sehr wichtig, er ist sehr impulsiv. Er handelt von der Freundin unseres Bassisten, ich habe ihr ne menge dumme Sachen gesagt, sie hat mich ständig genervt.

Oh, es ist so schwer solche Fragen zu beantworten, denn es ist unmöglich sich an so was zu erinnern.

Mmh, (grübelt sehr lange) doch mir fällt noch was ein. Ich bin ein Mensch der immer zu spät kommt, sehr unzuverlässig und meine Freundinnen haben das gehasst. Dann habe ich dumme Sachen gesagt, Ausreden wie: „Schatz, ich war in einen Unfall verwickelt, ich musste noch Aussagen“. Das war dämlich und geglaubt haben sie es mir auch nicht.

Auf Myspace habt ihr ebenfalls ein Profil wo es nur um eure Remixe geht. Bisher kann man nur den MAXIMO PARK Song „Stay“ anhören. Werden da noch welche kommen? Und was für Lieder nehmt ihr euch noch vor oder ist es wirklich so dass euch die Bands darum bitten?

Ja, das ist wohl war, allerdings haben wir das Passwort irgendwie vergessen. (rollt die Augen) Wir haben verdammt viele gute Remixe, die kannst du alle auf itunes kriegen. Kennst du METRONOMIE, die sind wirklich gut, das kann ich dir schicken, wenn du mir ne Message schickst, wirklich super.

Natürlich gibt es auch Bands, die uns Remixen, und es nicht so toll klingt.

Aber eigentlich hassen wir Remixe, sie dauern immer so lang und sind sehr aufwendig. Also wenn uns jemand fragt muss er uns schon sehr überzeugen. Es ist auch schwierig, stell dir mal vor, dich fragt eine Band, die du total super findest. Du machst den Remix und gibst dir extra Mühe und sie hören ihn und sagen „Wohoo, du hast unser Lied versaut Bastard“ das wäre sehr unschön…

Aber das ist doch grade das Interessante, dass es sich am Ende ganz anders anhört…

Das ist das tolle an METRONOMIE, die haben einen Remix von „Morden“ angefertigt und wir waren entsetzt und überrascht, denn es klingt irgendwie als hätte Jean Paul seine Finger im Spiel gehabt. Klingt etwas nach Akon, total abgefahren, hör es dir an…

Es ist aufjedenfall mein Lieblingssong im Moment, vor allem weils nicht nach unserem Song klingt.

„In the city“ ist ein recht offener Song. Handelt er von einer bestimmten Stadt oder kann man ihn auf jede Stadt übertragen? Das Gefühl für Geld zu arbeiten, da alles nur für Geld zu haben ist und wenn man keins hat, man arm dran ist, ist ja eigentlich spezifisch für die Working Class Szene in England, identifiziert ihr euch damit?

Ja, er handelt von Brighton. Er handelt vom Ausgehen und Feiern. Auch von Leuten die Drogen nehmen und ihr ganzes erarbeitetes Geld am Wochenende ausgeben um etwas Abwechslung zu haben. Das ist in England einfach normal, aber der Song handelt nicht speziell von mir, obwohl ich mich natürlich damit identifizieren kann auszugehen, aber nicht mit dem Drogen nehmen.

In England muss der Großteil der Bevölkerung von 9 Uhr bis 17 Uhr arbeiten und dann gehen sie in einen Pub, weil sie irgendwie auch frustriert sind.

Aber ja, mit der Working Class Szene kann ich mich sehr gut identifizieren, denn ich komme aus einer typische Arbeiterfamilie.

Ihr kommt aus Morden und habt einen Song über diesen Ort auf eurem Album und ein Video produziert. Ich finde das Morden, was in dem Video präsentiert wird, eigentlich ganz nett, aber das Morden was ihr besingt hört sich an wie die Bronx an einem sonnigen Tag.

Wie kann man sich eure Heimat nun vorstellen und was verbindet ihr mit Morden.

Oh, Morden ist wirklich sehr schön, ein toller Platz. Ach man, mit mir ist es immer das gleiche, ich rede nie über die guten Dinge nur über die schlechten. Aber hey, Bronx an einem sonnigen Tag, das sollte ich mir merken, also als Bild was ich hinterlasse (lacht sehr lang).

Andererseits muss es sich nicht unbedingt nur um Morden handeln, denn in England ist es so, dass jede Stadt gleich aussieht. Und da gibt es natürlich viel was man nicht mag. Aber ich kann nur über das schreiben was ich kenne und das ist Morden.

Das Video passt einfach perfekt zu Morden, wir haben uns bewusst für die Locations entschieden, einfach auch um die verschiedenen Seiten Mordens zu zeigen. Es gibt da eine große Straße, mit ein paar Geschäften, ach, es ist eher uninspirierend. Aber wenn man in England aufwächst ist es auch sehr schwer inspiriert zu werden etwas Größeres zu erreichen. Der Text spiegelt nur die eine Seite wieder, aber für mich gibt es auch eine andere schöne Seite, was jetzt nicht heißt, das ich als Tourist Morden besuchen würde, auf keinen Fall, sehr uninteressant, lasst es euch gesagt sein.

Du und Tom, ihr seid Brüder. Wie oft habt ihr auf Tour schon den Tourbus zerlegt, wenn ich bedenke wie gut ich mit meiner Schwester streiten kann…

Och, wir streiten nicht so oft, wir sind zu faul dazu, zudem sind wir oft so genervt voneinander, das wir nicht mal miteinander sprechen (lacht). Wir haben nie den Tourbus zerlegt, dafür ist der auch zu klein (lacht).

Du bist auch für das Artwork zuständig, oder?

Ja, das stimmt. Das ist mir auch sehr wichtig, auch das wir unsere Videos fast selbstständig machen. Wir holen uns für die Videos manchmal auch interessante Leute ins Boot, wie zum Beispiel für das „All in my head“ Video, da haben wir den Typ geholt, der die Videos der KLAXONS gemacht hat.

Unsere Website ist uns dabei auch sehr wichtig, es ist schließlich eine Stellungnahme und steht für eine Band. Wir haben viele befreundete Bands, wo ich mir die Websites anschaue und denke „Warum haben sie die bloß so gestaltet?

Vielleicht hat auch deren Label darauf Einfluss, unser Label lässt uns da einfach machen und das find ich super.

Euer Label ist ein recht kleines Label. War euch das wichtig oder habt ihr einfach irgendwo unterschrieben?

Ja, aber das ist auch nur äußerlich das Image, da es von einem großen Label übernommen wurde. Das heißt 51% gehören noch Lime und 49% gehören EMI. So sind wir in Deutschland von der EMI vertreten.

Wir hatten nicht wirklich die Wahl zu welchem Label wir gehen, örm wir wollten einfach irgendwo, ganz schnell unterschreiben. Natürlich war es uns auch wichtig, dass wir zu einem Label kommen, wo wir über alles unsere Kontrolle behalten. Es ist mir einfach wichtig, das ich machen kann was ich will in unserem Artwork, den Videos, den CDs, wären wir richtig bei EMI, wäre das nicht mehr möglich.

Bei unserem Label sind auch andere tolle Bands, wie THE KNIFE, ihre Performance ist die beste, die ich je gesehen hab und nicht zu vergessen THE ENVELOPES.

Oh und OPERATOR PLEASE, das ist eine ganz neue Band, die ihr euch aber unbedingt anhören solltet.

Merkt euch auf alle Fälle, jedes Label, so sehr es auch ein Independent-Image hat, ist eigentlich keins, denn sie haben alle große Brüder, die über sie wachen. Diese ganze Independent Label Idee ist eigentlich totaler Bullshit, denn sie sind abhängig von den Großen.

Naja, und wenn ihr die 100% ehrliche Antwort hören wollt, war es natürlich auch so, dass sie die Ersten waren und die Einzigen, die uns aufnehmen wollten und wir das Geld brauchten um Musik zu machen. (schmunzelt)

„Small town girl“ war eure allererste single. Ihr betont immer wieder dass die Lyrics nicht so gut sind wie die neueren, trotzdem hat es der Song auf euer Album geschafft, bedeutet euch dieser Song mehr als die Anderen?

Ich denke manchmal, dass die Lyrics des Songs, den anderen Songs nicht gerecht werden, weil sie nicht so einen aussagekräftigen Inhalt haben. Es ist meiner Meinung nach ein verdammt guter Popsong, aber ich weiß, dass wir bessere Texte schreiben können. Ich finde allerdings auch, dass es nicht auf die Texte ankommt, wenn die Melodie wirklich gut ist. Das Lied ist trotzdem auf dem Album, weil es für unsere Karriere der erste Meilenstein war und weil es eine Momentaufnahme der Band ist, wie sie zu dem Zeitpunkt war.

Euer Sound ist ganz anders, als der anderer junger Bands. Woran liegt das?

Oh, ja, viele Leute sagen das und ehrlich gesagt verstehe ich nicht wirklich warum. Denn ich habe mir viele neue Bands angehört und sehe da nicht den riesen Unterschied. Wir machen auch nur Gitarrenmusik

Vielleicht ist es auch einfach deine Stimme?

Das kann natürlich sein (zwinkert mich an). Wir haben heute eine TV-Show gemacht, keine Ahnung wie die hieß, sie war in „Dusseldorf“, außerhalb Kölns (wir müssen lachen) – warum lacht ihr jetzt?

Oh, wir Kölner mögen die Düsseldorfer nicht, deswegen passt auch deine Aussprache mit Dusseldorf…

Ach echt, ich verstehe (ist sehr amüsiert), jedenfalls war diese TV-Show für einen Lokalen Sender, aber ich weiß nicht mehr wie die hieß, sie war auf jeden Fall sehr sehr komisch, aber – nee warte mal, jetzt habe ich die Frage irgendwie vergessen, man, ich vergesse immer alles, selbst wie die verdammte TV-Show hieß…

Ah ja, jetzt weiß ichs wieder, sie sagten meine Stimme klingt wie die von Robert Smith von THE CURE, das war schon sehr merkwürdig. Womöglich weil es in Dusseldorf war.

Exakt!

Und habt ihr unter den anderen jungen Bands Favoriten? Welche die eurer Ansicht nach richtig Potenzial haben?

Ja, aber ihr werdet die vermutlich nicht kennen, ich schreib sie euch direkt auf XEROX TEENS, FOALS – die sind einfach klasse, eine meiner liebsten Bands im Moment , THE RUMBLE STRIPS – sie machen eher Popmusik. Damit kann ich auch eure vorherige Frage besser beantworten, denn wir und THE RUMBLE STRIPS klingen unterschiedlich, kommen aber aus der gleichen Richtung, mit dem gleichen Popsound.

THE BLOOD RED SHOES, falls ihr von denen gehört habt, die sind auch super.

In England ist die Musik grade so interessant, es kommen wirklich tolle neue Bands und irgendwie auch ein ganz neuer Sound mit ihnen.

Andererseits habe ich auch gehört das es Bands oder Musiker gibt, von denen ihr euch distanziert, wie JAMIE T und LARRAKIN LOVE, die in diesem typischen englischen Akzent singen.

In dem Zusammenhang muss ich jetzt mal betonen, dass ich das Album von JamieT sehr gerne höre. LARRAKIN LOVE, die haben nichts mit uns gemeinsam, ich meine, die GOOD SHOES waren auf beschissenen Schulen in noch beschisseneren Vierteln, solche Bands kommen aus besseren Gegenden. Ich fühle mich diesen Bands nicht verbunden, dummerweise hatten wir unseren ersten Auftritt im Vorprogramm von den Bands (lacht). Ich sehe mich eher in einer Reihe von Bands, die ich eben genannt habe.

Findet ihr es zurzeit schwer sich auf dem Musikmarkt durchzusetzen, gerade weil es so viele neue Bands gibt?

Darüber denke ich nicht nach, denn es macht uns schon glücklich genug, dass wir einen Vertrag bekommen haben. Auch das wir hier in Deutschland sind und nächste Woche in Frankreich als Support von den RAKES und den KAISER CHIEFS. Ich denke aber, dass unsere Musik gut genug ist einer Menge Menschen zu gefallen. Es ist besser seinen Fokus auf das zu richten was man selber machen will und nicht auf das, was die anderen von einem wollen.

 

Und das wars dann. Allerdings nicht ohne mich darum zu bitten den COLD WAR KIDS (das Interview hatte ich direkt im Anschluss) auszurichten das Rhys gerne plus Eins auf die Gästeliste möchte und den RAKES nächste Woche einen kleinen, nicht fertig geschriebenen Brief mitzugeben. Dazu dann die passende Anekdote, dass sie gestern in Stuttgart gespielt hätten und die RAKES dort heute spielen und sie der Band auf dem Sicherungskasten eine Nachricht hinterlassen hätten und das selbige dies in England getan hätte, als die RAKES immer einen Tag vor den GOOD SHOES gespielt haben.

Weil ich mich so beeilen musste nannte mich Rhys noch schnell den rasenden Reporter und verabschiedete sich mit einer Umarmung von mir.

 

http://www.goodshoes.co.uk/

http://www.myspace.com/goodshoes 

 

(Annette Raczuhn)

 


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