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PopZine.de - THE BLOOD ARM - Interview
THE BLOOD ARM - Interview PDF Drucken E-Mail
thebloodarmFoto: Pressefoto
Und ich hatte mich so beeilt nicht zu spät zu kommen, um dann zu erfahren, dass THE BLOOD ARM sich ca. um eine halbe Stunde verspäten werden. Endlich angekommen werden wir direkt hineingebeten um das Interview mit Dyan, der wunderschönen Pianistin, der Band zu machen. Bevor es losgeht erkundigt sich der Tourmanager jedoch noch ob wir Photos machen wollen, denn Dyan sei nicht wirklich herausgeputzt, als wir das verneinen meint er nur: „gut, ihr wisst es ja, so sind die Frauen eben“ 

Dyan nimmt uns mit nach oben und sagt uns noch auf den Treppen: „Keine Ahnung wo das hier hinführt, möglicher weise entdecken wir ja was, folgt mir einfach“.Wir kommen in dem Schlafraum des Gebäude9´s an „Oh, sehr elegant und gemütlich ist es hier nicht, wie wäre es wenn wir uns hier setzen. Und schon fängt unser Interview an…

Ich habe gelesen das Nathaniel mit der Musik anfing, weil er seine selbstgedrehten Filme untermalen wollte?

Ja, das stimmt, Nathaniel hat damals seine eigenen Filme mit Pianomusik untermalt. Im Abspann war dann immer zu lesen „composed by the blood arm“. Er witzelte dann immer, dass The Blood Arm die Welt beherrschen wird, was natürlich keiner geglaubt hat. Wir dachten immer, ja ja, du bist doch verrückt, aber dann hat er erst recht angefangen.


Ihr habt vor eurem Debütalbum eine Demo CD „Bomb Romantics“ in Eigenproduktion aufgenommen! Sind Lieder dieser CD in euer Album eingeflossen oder wie kommt man als Fan an euer richtiges Erstlingswerk?

Oh, der einzige Song der mit aufs Album gekommen ist, war „Do I have your Attention“, aber ich hoffe bzw. ich fände es schön wenn das Album released werden würde. Wir haben die 13 Songs damals live aufgenommen, innerhalb von 2 Tagen in einer Garage. Wir wollten einfach alles aufnehmen was wir zu der Zeit hatten und haben das alles selber bezahlt.

Es sind ca. 1000 Stück davon im Umlauf. Damals waren wir verdammt stolz auf uns, weil wir das alles selber gemacht haben.


2005 ward ihr zum ersten Mal als Band in England. Wie hat sich das angefühlt in dem Land des Punk und Britpop so gut angenommen zu werden.

Das war vollkommen verrückt für uns. Wir haben nicht wirklich damit gerechnet um die Welt zu kommen, naja, außer Nathaniel (rollt die Augen). Es war erst mal toll für uns, an Plätze zu kommen von denen man vorher nur gehört und gelesen hatte.

Wir waren im Februar in England und es war so schrecklich kalt. Wir waren nur das Klima aus L.A. gewohnt und das war seit langem der kälteste Winter. Meine Finger sind mir immer erfroren und die ersten zwei Lieder konnte ich nie richtig spielen. Das war echt heftig.


Euer Album ist seit Februar auch bei uns erhältlich und es hört sich britischer an als manches Album einer englischen Band. Was meinst du woher das kommt?

Mmh, wir wollten eigentlich das Gefühl von Los Angeles einfangen, besonders das Gefühl, als wir die Musik schrieben. Das meint jetzt nicht das sonnige Los Angeles, sondern eher die dunkle Schattenseite von Los Angeles. Das LA was ich sehe, wenn ich mit dem Auto umher fahre. Wir haben unsere Nachbarschaft in der Musik eingefangen.

Aber vielleicht ist es auch das was ich in der Musik spiegeln wollte.

Natürlich haben wir alle auch englische Einflüsse, wie die Rolling Stones und die Beatles, so wie andere Bands aus England auch, dass könnte ein Grund für diesen Effekt sein.


Die Songs auf eurem Album sind alle sehr individuell. Manche sind mehr Punk, manche Groove, andere Indie oder Saloon Musik. Woher kommt das?
 
Das stimmt, unsere Songs klingen teilweise sehr unterschiedlich.

Zebastian hört viel Noise, Alternativ und Punk. Zak und das glaubt man kaum, stammt eher aus der Metal, Queen, Hardcore Szene. Nathaniel hört eigentlich alles.

Dadurch das jeder seinen eigenen musikalischen Hintergrund hat, haben wir alle etwas mit eingebracht und solange daran gearbeitet bis jeder mit dem Resultat glücklich war.


The Fall werden von eurem Label als eure großen Vorbilder präsentiert. Habt ihr vor genauso viele Alben zu produzieren und warum ausgerechnet The Fall?

Nathaniel ist ein großer Fan von The Fall, möglicherweise hat er das ins Gespräch gebracht, aber ich mag sie auch sehr gerne. Sie puschen sich immer dazu mehr zu machen und nehmen sich dabei nicht zu ernst, dass ist eine gute Einstellung im Musikbusiness.

Ich fände es sehr cool wenn wir so viele Alben produzieren könnten, wenn man mal sieht wie viele sie produziert haben, bestimmt 20.

Es war nie unser Ziel, aber ablehnen würde es auch niemand.


In eurem Song „Angela“ singt Nathaniel, dass er sie vermisst wie eine Nuklear Bombe. Wir wollen natürlich alle wissen wer diese Angela ist und warum vermisst er sie wie eine Nuklear Bombe?

Oh, Nathaniel schreibt ja alle Texte, da müsstet ihr besser ihn fragen. Aber ich denke, Angela ist eine Kombination aus verschiedenen Menschen und Plätzen.

Ich sollte nicht zu viel sagen, am Ende krieg ich noch ärger… (lacht)

 
Euer Sänger ist, wie schon erwähnt Filmstudent gewesen. Hat er Einfluss auf eure Musikvideos?

Ja, das hat er, zuletzt hat er verstärkt bei unserem Video zu „Suspicious Charakter“ mitgewirkt.

Wir sind im Prinzip alle dabei involviert. Unser Produzent steht total auf die 70ger und schaut am Ende immer das alles stimmig bleibt. Das ergänzt sich meist und seine Ideen sind eigentlich auch immer gut.


Und wie sieht es mit einer selbstgemachten Band DVD aus?

Auf jeden Fall könnt ihr darauf hoffen. Nathaniel brachte vor kurzem immer eine Videokamera mit. Ich hab zwar nur ein wenig von dem Material gesehen, habe aber trotzdem Angst, weil ich weiß was er so alles aufgenommen hat.

Es wird eine sehr getreue und reale Dokumentation. Es ist zwar verrücktes Zeug, aber ich hoffe er will es veröffentlichen.


Du bist eine ausgebildete Pianistin hab ich gehört, stimmt das? Und wie kommt jemand mit solchen Ambitionen dazu in einer Rockband zu spielen.

Erst mal habe ich nie gedacht, dass das passieren wird.

Ich wusste damals schon, dass ich nie richtig professionell Klavier spielen werde, dafür sind meine Hände einfach zu klein. Eigentlich wollte ich es auch nicht wirklich professionell machen, trotzdem habe ich gerne und engagiert gespielt.

Nathaniel wusste das, er kannte mich aus der UNI und fragte mich einfach ob ich mitmachen wollte, da er nicht nur Bass, Gitarre und Schlagzeug wollte. Ich habe mich quasi überzeugen lassen, denn er hat nicht nachgegeben bis ich ja gesagt habe.


Ich mag das Klavier in euren Liedern, es klingt ein wenig nach den White Stripes. Gewollt oder unbewusst?

Oh danke, das ist gut zu hören.

Ja, es klingt wirklich ein bisschen so. Ich bin auch ein großer White Stripes Fan und finde den Vergleich alles andere als schlecht. Allerdings war das nicht wirklich beabsichtigt, aber du hast Recht, es klingt einfach so. Was soll es, wir mögen es, das ist was zählt.


Eure Biografie liest sich wie eine Comedy. Mal abgesehen davon, wie ihr alle zu dieser Band gekommen seid, habe ich etwas von einem Ben Lee Handler gelesen, ein Typ der immer davon redet seine Mutter auferstehen lassen zu wollen. Was hat er genau mit eurer Band zu tun?

(lacht verdammt lang und laut) wir alle kennen ihn vom College. Er ist unser „Master of ceromonies“.

Er war schon immer sehr exzentrisch. Bei unserem ersten Auftritt sagte er dann, er wolle uns ankündigen. Wir stimmten zu und dachten er würde hinausgehen und sagen „hier sind meine Freunde, sie machen einfach großartige Musik, Applause für The Blood Arm“, aber wir hörten von draußen nur noch das alle Halleluja riefen. Er erzählte, dass seine Mutter gestorben sei und wie unsere Musik sie wieder auferstehen ließ.

Von da an wurden wir ihn nicht mehr los (lacht eigentlich die ganze Zeit), als wir in Europa auf Tour wollten stand er mit gepackten Koffern vor uns und wir nahmen ihn mit. Seitdem erzählt er vor jedem Gig eine neue Story und bringt die Leute dazu „Hallelujah“ zu rufen.

Er macht auch unseren Blog und verkauft das Merchandise.


Zu eurem Blog kommen wir jetzt auch. Da stand letztens, dass Französische Essen sei einfach nur genial. Habt ihr noch mehr länderspezifische Dinge kennen gelernt?

Mmmmh, ich mag unheimlich gerne Bratwurst.

Das Essen in Frankreich war wirklich verdammt lecker. Das englische Essen brauchte da schon länger, bis wir uns daran gewöhnten, doch auch dort habe ich Dinge gefunden die ich mag.

Ich habe was Essen angeht aber einen ganz besonderen Tick, ich muss immer alle Schokoladensorten probieren die ich in den einzelnen Ländern finde. (grinst unheimlich zuckersüß)


Ebenfalls stand dort, dass Zebastian einen Glückskeks gegessen hat, welcher euch sagte, dass eure Unterhosen euch eure Zukunft voraussagen werden. Was haben eure Unterhosen denn über die Zukunft von The Blood Arm verraten?

(das Lachen ist kaum aufzuhalten) Also (lange pause) unsere magischen Unterhosen haben gesagt: Keep Working hard and world domination is gonna get to you!

 

Was für ein schönes Schluss Wort. Und schon verschwinden wir unter den neugierigen Blicken der anderen Band-Mitglieder. Und worauf sind wir am meisten gespannt? Natürlich, auf die Story von Ben Lee.

 

http://www.thebloodarm.com/

http://www.myspace.com/thebloodarm

 

(Annette Raczuhn)

 


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