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Das Konzert in dem doch recht kleinen Club, in anbetracht
der Tatsache das die vier schottischen Newcomer in England einen Nummer eins
Hit haben, soll schon um 19:30 Uhr mit der Vorband starten.
Pünktlich komme ich also nicht, so muss ich mich bei meiner
Ankunft erst mal durch eine wildgewordene Horde Engländer kämpfen.
Meine erste Bemerkung muss ich dem Merchandise Stand von „The View“
widmen, der meines Erachtens seinem doch recht jungen Publikum viel zu
überteuerte T-Shirts und Pullover anbietet.
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Die Vorband hatte ich also verpasst, doch laut zwei
Engländern haben die „eh keinen interessiert“. Und mit Beendigung dieses Satzes
startete auch schon das Konzert.
Alle 4 Bandmitglieder sehen recht fertig aus, müde und irgendwie
doch sehr unlustig, was man auch an den ersten drei Liedern merken wird.
Während „Same jeans“ stehe ich relativ weit vorne, als die
ersten Akkorde einsetzen ertönt ein Jubel, der selbst mir meine Skepsis nahm.
Den Hype um diese Band und neuen englischen Presselieblinge hatte ich
eigentlich nicht verstanden, die CD empfinde ich nach wie vor als Mittelmaß,
wenn auch eingängiger und gut zuhörender Mittelmaß. Doch was jetzt passierte,
dass das Publikum jede Zeile laut mitsang und die Jungs beim Refrain so richtig
rockten, ließ bei mir auch mehr zappeln als bloß meinen Fuß.
Bei „Superstar Tradesman“ gab es für die durch „The View“
leicht erhitzten Gemüter eine erste Bierdusche von der Band und bei dem Versuch
nach hinten abzuhauen wurde ich durch ein paar Engländer gebremst, die mich zum
singen auffordern wollten. Rein dem Gefühl nach wurde „Superstar Tradesman“ zur
Hymne der Fans erkoren.
Ruhig ging es weiter mit dem Song „Claudia“ der souverän mit
kleinen Gitarrenriffs entartet wurde. Beim Einsetzen von „Wasted little DJ´s“
ging die Menge erst richtig ab. Es wurde die Bühne gestürmt und so ziemlich
jeder musste mal unfreiwillig oder gewollt Stagediven, selbst mir vibrierte das
junge Blut in den Adern und ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und sang
aus vollem Halse mir.
Kleine Pausen zwischen den Liedern füllten sie mit Akkorden
bekannter Lieder, die von den englischen Fans mit Gesang umgesetzt wurde.
Das war ein Nehmen und Geben zwischen Band und Publikum, da
sprang der Funke selbst auf die letzten Reihen über, wo wie wild getanzt wurde.
„Comin Down“ und „Posh Boyes“ ließen die Menge noch ein
letztes Mal kochen, dann war das Konzert beendet.
Ich war dennoch, genau wie viele der weitangereisten Fans
sehr enttäuscht das nach einer nur halbstündigen Darbietung schon Schluss war
und wir ohne Zugabe nach Hause gehen mussten. Aber man darf nicht vergessen,
die Jungs sind noch sehr Jung und brauchen ihren Schönheitsschlaf dringend.
Mein Fazit: Live eine grandios erfrischende neue Band, die doch stark an
die Kooks und Fratellis erinnert und dennoch mehr Esprit als beide zusammen
besitzt.
(Annette Raczuhn)
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